Diese Pflanze sollte in jedem Zimmer stehen: Sie brauchen sie nicht zu kaufen, nur 1 Blatt, also leicht zu vermehren!

Dunkle Räume? Ganz ohne Licht geht es nicht!

Lebendige Pflanzen benötigen zwingend Licht, um ihre Photosynthese zu betreiben, deshalb ist ihr traditioneller Standort in Wohnräumen die Fensterbank. Da es zum Glück Pflanzen gibt, die auch schattigere Orte tolerieren, lassen sich unsere Wohnungen vielseitig begrünen, aber ganz ohne Licht kommt keine Pflanze aus!

Wer allerdings im Internet z.B. nach “Pflanzen für das Bad ohne Fenster” sucht, wird auf Artikel stoßen, die z.B. Einblatt, Schusterpalme oder Glücksfeder auch für lichtlose Räume empfehlen. Davon raten wir eher ab, denn: dass es eine Zeit lang dauert, bevor so eine Pflanze wegen Lichtmangel abstirbt, macht sie noch lange nicht zur Dunkelheit-verträglichen Pflanze! Gelegentlich durch eine Tür herein fallendes Licht mag den Prozess verzögern, macht es aber nicht sinnvoller, lebendige Pflanzen in viel zu dunkle Räume zu sperren.

Wer ein fensterloses Bad oder andere komplett lichtlose Räume mit Pflanzen verschönern will, hat jedoch durchaus Möglichkeiten:

  • Pflanzengerechte Beleuchtung: Spezielle Pflanzenlampen (Vegetationslampen) oder eine Tageslichtlampe können per Zeitschaltuhr so eingestellt werden, dass für die Pflanzen im lichtlosen Bad ein naturnaher Tag-Nacht-Rythmus entsteht. Je nachdem, wie intensiv die künstliche Beleuchtung gewählt wird, kann man entweder tropische Pflanzen mit geringem Lichtbedarf halten, oder solche Arten, die gerne im Hellen stehen und hohe Luftfeuchtigkeit schätzen oder tolerieren. Viele bekannte Zimmerpflanzen kommen in Betracht, außer jenen, die ein trockenes Wüstenklima benötigen.
  • Kunstpflanzen: Der Handel bietet heute täuschend echte Kunstpflanzen, die sowohl gängigen Zimmerpflanzen als auch Outdoor-Pflanzen und Ziergräsern detailgetreu nachgebildet sind. Oft kann man nur per Berührung feststellen, dass es keine lebende Pflanze ist! Für lichtlose Räume sind solche Kunstpflanzen optimal. Optisch lassen sich sogar vielseitigere, blütenreichere und farbenfrohere Arrangements gestalten als mit lebendigen Pflanzen in einem Bad mit wenig Licht. Und an Pflegeleichtigkeit sind sie auch nicht zu toppen!

12 Pflanzen für wenig Licht: Schattenpflanzen und Allrounder

Im Folgenden stellen wir Pflanzen vor, die sich in lichtarmen Räumen bewährt haben. Das sind einerseits Schattenpflanzen, die in ihrer natürlichen Heimat an Standorten mit wenig Licht gedeihen. Meist sind das Pflanzen aus dem tropischen Regenwald, dessen Baumkronen alles stark verschatten, was weiter unten wächst. Andrerseits sind es robuste Pflanzen, die nahezu überall gedeihen, also auch in lichtarmen Räumen und in einiger Entfernung von nächsten Fenster.

Bogenhanf: Genügsam und sehr pflegeleicht

Der Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) gehört zu den pflegeleichtesten Pflanzen und gilt zu recht als schier unkaputtbar. Auch vier Meter von nächsten Fenster entfernt kann er noch gedeihen, wächst dort allerdings langsamer als an helleren Standorten.

  • Wuchsform: kräftige, spitz zulaufende, längliche Zungen, die aus der Erde zu stechen scheinen, maximal 1 Meter hoch
  • Farbe: grün-grau, mit unterschiedlichen Flecken und Streifen, gelbe Blattränder
  • Herkunft: Wüstenpflanze aus Afrika, wärmeliebend, optimal an Innenräume angepasst
  • Luftreinigung: filtert Benzol, Trichloräthylen, Xylole und Toluol, produziert nachts Sauerstoff!
  • Standort: liebt Licht, kommt aber auch mit recht wenig Licht zurecht. Wächst dann langsamer und verliert zunehmend die helle Blattzeichnung.

Pflege: Nur wenig gießen, denn der Bogenhanf hat nur sehr geringen Wasser- und Nährstoffbedarf. Je dunkler der Standort, desto geringer der Bedarf. Die Blätter haben sukkulente Eigenschaften, speichern also selbst Wasser. Als Substrat ist Kakteenerde optimal. Während der Wachstumsperiode von Mai bis Oktober maximal einmal pro Monat düngen (Kakteendünger). Kann mehrere Jahre im selben Pflanzkübel bleiben. Steckt Vernachlässigung gut weg!

Calathea (Hortipendium), auch Pfeilwurz, Korbmaranthe

Die Calathea-Familie umfasst ca. 300 Arten. Als optimaler Standort der Calathea wird meist “halbschattig bis schattig” angegeben. In einigen Beschreibungen heißt es aber auch, sie vertrage Standorte, an denen es jeder anderen Zimmerpflanze zu dunkel ist. Solche Unterschiede erklären sich vermutlich durch die verschiedenen Arten, die Lichtarmut unterschiedlich gut tolerieren. Lassen Sie sich also beim Kauf fachlich beraten!

  • Wuchsform: buschig, aufrecht, ca. 50 cm hoch, Blätter variieren von geriffelt und spitz bis gewellt und oval
  • Farbe: unterschiedlich, je nach Art hell- und dunkelgrün, aber auch rötlich und braun gemustert.
  • Herkunft: Regenwälder Brasiliens,
  • Luftreinigung: filtert Schadstoffe, senkt – wie alle Blattpflanzen – den CO²-Gehalt,
  • Standort: durchaus dunklere Ecken! Niemals direkte Sonne!

Pflege: Die Erde immer feucht halten! Im Sommer ca. zweimal pro Woche gießen, im Winter seltener. Nur im Sommer mäßig mit Grünpflanzendünger düngen. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 80% fallen. Häufiges Besprühen und das Aufstellen von Wasserschalen in direkter Umgebung des Topfes helfen dabei sehr. Die Calathea ist nicht ganz so pflegeleicht, wie man es sich wünschen würde – und sicher keine Anfängerpflanze!

Drachenbaum (Dracaena reflexa, Dracaena marginata)

Der Drachenbaum gefällt mit seiner exotischen Gestalt und zählt zu den robustesten Zimmerpflanzen, die vielerlei Standorte tolerieren.

  • Wuchsform: schmale schwertförmige bis 40 cm lange Blätter an schlankem Stamm, mal verzweigt, mal nicht. Als Zimmerpflanze bis ca. 1 m hoch.
  • Farbe: Blätter dunkelgrün mit rotem Rand
  • Herkunft: Agavengewächs von den kanarischen Inseln, kommt auch in Madagaskar und Asien vor.
  • Luftreinigung: filtert Benzol, Xylole, Toluol, Formaldehyd und Trichlorethen
  • Standort: hell, nach Gewöhnung auch sonnig, kommt aber auch an vollschattigen Plätzen zurecht. Je stärker die Blattzeichnung, desto mehr Licht verträgt der Drachenbaum.

Pflege: sehr robust und pflegeleicht, sparsam gießen (ca. alle 5 Tage), im Winter nur alle 2 Wochen, von April bis Oktober alle 2 Wochen düngen.

Dieffenbachie (Dieffenbachia maculata)

Beliebte Zimmer- und Blattschmuckpflanze, die sowohl im Ensemble mit anderen tropischen Pflanzen als auch als Solitär eine gute Figur macht.

  • Wuchsform: Blattschmuckpflanze mit unverzweigten, dicken Stämmen. Fleischige, weiche Blätter an von Scheiden umhüllten Stielen. Sie wird 60 cm bis zimmerhoch.
  • Farbe: grüne Grundfarbe mit gelben oder weißen Zeichnungen.
  • Herkunft: Regenwälder Süd- und Mittelamerikas
  • Luftreinigung: sehr gut wegen ihrer großen Blattflächen! Filtert Formaldehyd, Xylole und Toluol.
  • Standort: Hell bis halbschattig, direkte Mittagssonne vermeiden. Kommt auch mit wenig Licht aus.

Pflege: während der Wachstumsperiode gleichmäßig gießen, im Winter immer erst abtrocknen lassen. Geringer Nährstoffbedarf, 14-tägige Düngung von Frühjahr bis Herbst in geringer Konzentration, im Winter seltener.

Efeu (Hedera helix)

Nicht nur als Sichtschutz auf Balkon und Terrasse, sondern auch als Zimmerpflanze ist der Efeu sehr beliebt. An Gerüsten beklettert er Wände und wirkt auch in Hängeampeln sehr attraktiv,

  • Wuchsform: Kletterpflanze, auch gut als Ampelpflanze, wächst dicht und buschig, verzweigend
  • Farbe: immergrün, verschiedene Varianten mit gelben oder weißen Flecken und Rändern
  • Herkunft: Europa
  • Luftreinigung: filtert Benzol, Xylole, Toluol und Formaldehyd.
  • Standort: hell, halbschattig, keine direkte Sonne, buntblättrige Sorten mögen Morgen- oder Abendsonne
  • Pflege: gleichmäßig wässern, immer wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist. Monatlich mäßig konzentrierter Flüssigdünger von April bis September.

Efeu: die rankende Pflanze gibt es in vielen Variationen, die einfarbig dunkelgrünen Sorten eignen sich gut für schattige Orte. 18 bis 20 Grad sind ihre Wohlfühltemperatur, im Winter sollte Efeu kühler stehen. Je schattiger der Standort, desto weniger muss gegossen werden!

 

Efeutute (Scindapsus aureus), auch Tongapflanze, Goldranke

Die Efeutute ist eine schier unermüdliche Kletterpflanze, die nach und nach alles berankt, was genügend Stützfläche bietet. Ganze Wände lassen sich mit ihr begrünen, wobei sie auch vor dunklen Ecken nicht zurück scheut.

  • Wuchsform: Kletterpflanze, als Zimmerpflanze gerne an Stäben oder Spalieren aufgebunden, auch als Ampelpflanze
  • Farbe: glänzend grün, unregelmäßige Blattmuster in weiß, gelb oder hellgrün
  • Herkunft: Aronstabgewächs aus tropischen und subtropischen Gebieten, Südostasien, Australien, pazifische Inseln
  • Luftreinigung: filtert Benzol, Xylole, Toluol, Formaldehyd und Trichlorethen.
  • Standort: hell, halbschattig, keine direkte Sonne. Verträgt auch Schatten, verliert dann jedoch ihre helle Musterung.

Pflege: Die Efeutute mag es ganzjährig warm bei circa 20 Grad und im Winter nicht unter 16 Grad. Nur mäßig gießen wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist, im Winter seltener. 14-tägig Flüssigdünger von April bis September.

Einblatt (Spathiphyllum)

Eine der elegantesten Zimmerpflanzen, die der Markt zu bieten hat!

  • Wuchsform: Büschel länglicher Blätter an kaum sichtbarem kurzen Stamm, ca. 40 bis 80 cm hoch
  • Farbe: satt grün-glänzende Blätter, einzelne weiße Blüten auf langen Stielen
  • Herkunft: Aronstabgewächs aus den Tropen (Südamerika, Philippinen, Malaysia)
  • Luftreinigung: filtert Aceton, Benzol, Formaldehyd, Trichlorethylen
  • Standort: schattig, halbschattig, nie direkte Sonne!

Pflege: Als “Königin des Regenwaldes” mag sie es dauerhaft feucht und toleriert sogar stehende Nässe. Erst gießen, wenn die oberste Erdschicht getrocknet ist. Bei jedem 4. Mal leicht düngen. In der Winterpause weniger gießen, max. zweimal düngen. Das Einblatt verzeiht gelegentliche Pflegefehler gut. Ganzjährige Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad sind optimal.

Glücksfeder (Zamioculcas)

Je heller der Standort der Zamioculcas, desto schneller wächst sie zu einer großen Pflanze heran und umso heller werden auch die Blätter. Steht sie dagegen an einem dunklen Ort, entwickeln die Blätter ein kräftigeres, dunkleres Grün. Die Pflanze fühlt sich also grundsätzlich überall wohl. Versuche haben gezeigt, dass sie auch noch bei mageren 270 Lux wächst, was einem Standort 70 Zentimeter entfernt von einer 100-Watt-Glühbirne entspricht!

  • Wuchsform: aufrechte, nebeneinander wachsende Triebe mit glänzenden Blättern, ca. 60 bis 90 cm hoch Farbe: grün bis dunkelgrün.
  • Herkunft: Aronstabgewächs aus Ostafrika
  • Luftreinigung: filtert VOCs (volatile organic compounds) aus der Luft und in absteigender Effektivität Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol. Standort: schattig, absonnig, halbschattig,

Pflege: Glücksfedern sind pflegeleichte Anfängerpflanzen. Anspruchslos, Geißen erst, wenn die Oberfläche des Substrats getrocknet ist. Verträgt auch mal Durchtrocknen, doch Staunässe muss vermieden werden! Nur mäßig düngen, beginnend im Frühjahr vor dem Austrieb, dann maximal einmal pro Monat in reduzierter Dosierung. Die Temperatur sollte nicht unter 16 Grad sinken.

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